{Fink} Fink
Fogelvink
Vogelbeobachtung im Winter
CD (1997)
xxs 002/Indigo CD 7106-2
going home
back
1995 war es, als Nils Koppruch und Thorsten Carstens bei der Underground-Country-Legende Tex Fury and the Silver Spurs vom Pferd stiegen und als Duo Fink gründeten. Dazu gesellte sich recht bald Hauke Evers, denn die beiden brauchten schließlich einen Schlagzeuger. Hauke, früher bei der Hamburger Twangel-Pop-Legende Huah! beschäftigt, ließ sich nicht zweimal bitten und fing prompt an, das Schlagzeugspiel zu lernen. Komplettiert wurden die drei 1997 von Andreas Voß, der vorher bei den Post-Rockern von M Tzootz war. Zusammen erinnern die vier an Hillbillies in den verrauchten Nachtclubs der Großstadt. Mit der Dramatik französischer Chansons und dem Habitus früher amerikanischer Folk- und Countrymusik schaffen Fink ein eigentümliches Universum deutschsprachigen Songwritings. Das fanden auch schon Bands wie Lambchop oder 16 Horsepower, die Fink 1996 das erste Mal trafen und kein Wort verstanden: amerikanischer Country mit deutschsprachigen Texten. Geht das? Ja. Denn Finks Zuhause ist nicht die Autobahn. Stattdessen reimen sie lieber Herz auf Holz und stellen mit verhaltener Distanz Beobachtungen über die Unwegsamkeiten urbanen Lebens an. Großstadtpoesie spiegelt sich mit burschikosem Liebreiz in der ruppigen Eleganz der Musik. Folk noir mit Hymnencharakter. "Die vier Hamburger, draufgängerische Pioniere einerseits und besonnene Dichter andererseits haben einen Weg gefunden, Country zu spielen, deutsch zu singen und sich nicht zum Deppen zu machen" urteile der "Rolling Stone" in einer begeisterten Vier-Sterne-Kritik über dieses Debütalbum und "Die Woche" rühmte die "herzens- und knochenbrecherischen Texte".